Führung mit Susanne Weihmann (Arbeitskreis Andere Geschichte e.V.) über das Gelände des AWO-Psychiatriezentrums Königslutter.
Sonntag 21.9.25 11 Uhr
Treffpunkt: Kaiserlinde im AWO-Psychiatriezentrum
Über die „Euthanasie-Aktion T4“, die späteren „indirekten“ Krankenmorde vor Ort und den Ablauf der Transporte in die Tötungsanstalt Bernburg wird in Grundzügen informiert. Die in die Organisation des nationalsozialistischen Krankenmordes eingebundenen Ärzte Ernst Meumann, Robert Müller und Fritz Barnstorf werden mit ihren unterschiedlichen Tatbeiträgen vorgestellt: Ernst Meumann als leitender Organisator vor Ort, Robert Müller als Gutachter über Leben und Tod in der Berliner Euthanasie-Zentrale und Fritz Barnstorf als eher unauffälliges Rädchen in der Vernichtungsmaschinerie. Alle drei haben in der Zeit der Krankenmorde auf dem Anstaltsgelände gewohnt. Zwei umfangreiche Ermittlungsverfahren 1948–1950 und 1973–1975 gegen sie wurden am Ende ohne Ergebnis eingestellt.
Bis auf den 1945 durch Suizid umgekommenen Robert Müller gelangten die Genannten schon bald wieder in gehobene Positionen und mussten sich auch später nie wieder vor Gericht verantworten.

